Vorgeschichte

Aufmerksam geworden bin ich auf diesen Cache irgendwann durch einen Reisebericht im GoCacher Magazin 3/2017. Die Idee mit dem Rad quer durch Deutschland zu reisen gefiel mir. Nur das Wann und Wie war noch etwas unklar. Da ich schon verschiedene mehrtägige Radtouren unternommen hatte und meine Tagesfahrleistungen kannte veranschlagte ich schon mal mindestens 3 Wochen für die Strecke. Viel Zeit, wenn man noch arbeiten geht. So wurde als möglicher Termin der Ruhestand anvisiert.

Der Beginn - 2020

Ein Wohnmobil war schon vor dem Corona-Ausbruch angemietet und konnte nicht mehr ohne Verluste zurückgegeben werden. Aus der geplanten Urlaubsreise ans Nordkap wurde in diesem Jahr nichts und wir waren froh wenigstens ein Deutschland etwas rum fahren zu können. Also ging es Richtung Norden. Mehrere Tage waren wir in Niebüll. Die Gelegenheit einmal Sylt zu besuchen und gleich die ersten Wegpunkte der Deutschland-Tour anzuradeln. Den nächsten Tag wollte ich zwei weitere Wegpunkte besuchen. Am ersten standen wir nur wenige Meter vor dem Ziel, aber die Grenze nach Dänemark war dicht. Zum nächsten Punkt sind wir auf Grund von Bauarbeiten auch nicht gekommen. Hier mein besonderer Dank an „herzsport“ der mir freundlicherweise ungefragt die fehlenden Werte mitgeteilt hatte.

 

Die Deutschlandtour – 2021

Die ersten Etappen waren schon ausgearbeitet und auch eine Zugverbindung nach Bredstedt war herausgesucht. Aber manchmal kommt es halt anders als geplant und man ist ja auch etwas bequem. Also es waren kein Zelt oder keine Unterkünfte mehr notwendig. 

1. Tag

Nach einem noch zu erledigenden Termin starte ich gegen 11.30 in Torgau. Mit dem Wohnmobil geht es Richtung Norden. Nach einigen Staus und knapp 400 km entscheide ich mich nicht mehr bis an den geplanten Startpunkt zu fahren. Übernachtung am Schaalsee. Vorher noch eine Runde schwimmen und zwei Cache in der Nähe.

2. Tag

Es geht nicht auf dem direkten Weg von Zarrentin nach Bredstedt. Als erstes ein Angelcache auf einem Autobahnrastplatz.  An der A7 wollte ich eine im vergangenen Jahr begonnene Cacheserie mit Bonus zu Ende bringen. Daraus wurde aber nichts, da an einen Cache kein Herankommen möglich war. Man hätte sich umziehen müssen, da alles sehr dornig. Am Nachmittag erreiche ich Bredstedt. Der Stellplatz ist ruhig gelegen und fast leer. Es ist noch genügend Zeit und es hält mich nichts mehr. Die ersten 8 km bis zum Wegpunkt 5 sind trotz starken Winds schnell zurückgelegt. Weitergeht es durch den Beltringharder Koog. Unterwegs werden natürlich noch ein paar Caches gesucht. Zurück an der „Unterkunft“ mache ich am Abend noch eine kleine Runde durch den Ort. Geführt durch den LAB-Cache 'Historisches Bredstedt'.

3. Tag

Die Wegpunkte 06 und 07 werden auf einer Radrunde mit dem Ausgangspunkt Eidersperrwerk angefahren. Der Radweg entlang der Straße zwischen Sperrwerk und Grading war ganz schön gruselig. Viele Huggel und Schlaglöcher. Es empfiehlt sich hinter Welt geradeaus über die Hauptstraße Richtung Vollerwiek zu fahren. Auf dem kleinen Umweg sind wenigstens die Radwege besser. Nebenbei wurden an diesem Vormittag noch 5 Geocaches und ein Virtual gesucht und gefunden.

Da ich mir nicht sicher bin, ob der gewählte Stellplatz auch wirklich ein Übernachtungsplatz ist oder nicht, (in den Apps gibt es dazu unterschiedliche Angaben) fahre ich heute doch noch weiter. Auf dem Stellplatz in Wedel ist noch genügend Platz. Stehen hier mit Gebühr, aber die vorhandenen Stromentnahmesäulen funktionieren noch nicht.

Vor dem Abendessen noch mal fix 27 km gefahren um die Informationen zu den Wegpunkte 08 und 09 einzusammeln. Hinweg auf der Ostseite des Deichs und zurück auf der Westseite. Warum mich mein Navi auf dem Rückweg auf die Seeseite geschickt hat, ist mir unklar. Der Landseitige Fahrweg ist eindeutig besser zu fahren.

 

4. Tag

Hamburg, kenne ich schon einiges und ich bin froh einigermaßen gut durchgekommen zu sein. Meine erste Durchfahrt durch den Elbtunnel. In der Nähe des WP 10 stelle ich mich ab und besuche diesen zu Fuß. Am Steingarten habe ich noch ein nettes Gespräch mit einem Anwohner. Hierbei erfahre ich einiges über dieses Waldgebiet und seine Erhebungen. Für heute aber keine weiteren Erkundungen. Ich will noch ein Stück weiter Richtung Hannover. Ich fahre nicht auf direkten Weg bis nach Neustadt am Rübenberg. Für den Cache „Die halbe Republik“ fehlen mir noch ein paar Kreise und so werde ich im weiteren Verlauf meiner Reise immer wieder einmal einen Abstecher durch noch offene Landkreise machen.

Der Stellplatz in Neustadt liegt unmittelbar an der Leine in ruhiger Lage neben einem recht neuen LP. Das ehemalige Freibad steht leer und zerfällt. Nach meiner Ankunft setze ich mich gleich aufs Rad und besuche noch den Wegpunkt 11 – Sport für eine Eiche. Am Ende des Tages stehen insgesamt 11 Cache und 3 neue Landkreise auf der Liste.

Der Weg von Neustadt bis zum Wegpunkt 11 auf der Ostseite der Leine führt teilweise durch den Wald, lässt sich aber gut fahren. Die Strecke auf der Westseite verläuft größtenteils neben der Straße auf dem Radweg, ist aber etwas länger.

 5. Tag   

Als nächstes Übernachtungsziel habe ich Göttingen anvisiert. Auf den Weg dorthin plane ich einen Stopp für den Wegpunkt 12. Der kürzeste Weg vom Parkplatz zum Ziel erweist sich erst einmal als ungünstig. Der Weg ist fast zugewachsen und eine kleine Brücke fehlt, so muss das Rad über den Bach geschleppt werden. Hier im Wald erstreckt sich auch eine Tradi-Runde von der fünf Caches gleich mit besucht wurden. In Göttingen befindet sich ein Stellplatz an einem Parkplatz an einer Therme. Hier bleibe ich zwei Nächte. Mit dem Ticket für den Stellplatz kann man auch das Bad zum Duschen benutzen, gegen eine geringe Gebühr. Der Nachmittag wird zum Einkaufen, zur weiteren Streckenplanung und zum Ausruhen genutzt.

6. Tag

Um 09.00 Uhr starte ich zu meiner Tour Richtung ehemalige Innerdeutsche Grenze (WP 14) vorbei am Wegpunkt 13 mit seinen Überdimensionalen Ortsplan. Das erste Teilstück führt mich mein Garmin über ziemlich holprige Feldwege, vermutlich ist die Strecke 3 Meter kürzer als der Radweg. Egal, man hat einen schönen Ausblick und ein Cache liegt auch noch am Wegesrand. Da ich gut in der Zeit liege gehe ich auf dem Rückweg noch eine „Letterbox“ an. Es geht für meine Verhältnisse ziemlich bergauf über Waldwege wo das Rad geschoben werden muss. Schon die vorletzte Station habe ich dann nicht gefunden, so musste ich erfolglos abbrechen. Über verschiedene Feldwege komme ich wieder zum Radweg nach Göttingen. Dort finde ich noch zwei cool gemachte Geocaches. Dies führt dazu das ich nach dem Abendessen noch mal eine Tour im Ort mache und weitere Caches des Owners zu suchen.

7.Tag

Das erste Ziel heute ist der Mittelpunkt Deutschlands bei Niederdorla. Hier liegt zwar kein Wegpunkt der Deutschland-Tour, aber für Geocacher gehören derartige Punkte einfach mit ins Programm. Die dazu gehörende Letterbox konnte zusätzlich gut gelöst werden.  Danach ging es erst noch ein Paar Kilometer Südlich an einen Wanderparkplatz und von dort mit dem Rad hinauf auf den Hainicher Rennsteig. Auf dieser kurzen Tour von knapp 9 km wurden die Wegpunkte 15 und 16 aufgesucht und die Informationen fürs Final eingesammelt. Sehenswert auf der Strecke die Betteleiche und das Ihlefelder Kreuz. Nach diesem kleinen Ausflug geht es noch bis zu einem Stellplatz in Euerbach bei Schweinfurt. Der Stellplatz ist ruhig gelegen neben einem Sportplatz. Nach einer Abendlichen Runde zu einem Sühnekreuz und den WP 17 gönne ich mir in der Gaststätte am Sportplatz ein Abendessen und danach erlebe ich noch einen schönen Sonnenuntergang.

8.Tag

Das erste Ziel am heutigen Tag war der Gaubahn-Radweg bei Ochsenfurt, der sich sehr gut fahren ließ. Von einem Parkplatz am Stadtrand ging es zum Radweg und auf diesen entlang zu den Wegpunkten 17 und 18. Danach folgte ich den Radweg noch einige Kilometer, bis in der Ferne dunkle Wolken aufstiegen. In einem Bogen wollte ich zurück zum Ausgangspunkt um noch ein paar Dosen zu suchen. Aber so richtig klappte es nicht. Das Regengebiet kam schneller als vermutet und es erwischte mich auf offener Strecke ohne Unterstellmöglichkeit. In Minuten war ich vollkommen durchnässt mit Sichtweiten von wenigen Metern. Kurz vor Ochsenfurt hörte der Regen auf und nach einem Kaffee in der Altstadt kam ich fast trocken am Fahrzeug an. Übrigens die einzige Tour bei der ich auf dieser Reise nass geworden bin. Von hier ging es weiter nach Ansbach, wo ich ein Termin wegen der Solaranlage am CM hatte.

9.Tag

Das Problem mit der Solaranlage konnte nicht gelöst werden, da das komplette Panel gewechselt werden muss und das wird erst geliefert. Reparatur wird für den Rückweg geplant. So kann ich noch am Vormittag meine Fahrt fortsetzen. Am Nachmittag komme ich am Bucher Stausee an. Auf Großes Interesse stößt bei mir der Multi „Ala II Flavia“ zum hier liegenden römischen Kastell und dem Limes. Doch vorher geht es erst mal zum Kreuz am WP 19. Der Multi führt einmal um den Stausee und da ich die Aufgaben des Multis in falscher Reihenfolge löse werden es für mich dann zwei Runden.  Da ich mir nicht sicher bin, ob ich den Platz als Übernachtungsplatz nutzen kann geht es danach noch weiter bis nach Heidenheim.

10.Tag

Der nächste Wegpunkt auf dem Jacobswegle wurde standesgemäß zu Fuß absolviert. Naja, einen Parkplatz gab es nicht weit entfernt. Den nächsten Stopp machte ich an einem kleinen Badesee an der Iller. Da der nächste „Meilenstein“ (WP 22) nicht allzu weit entfernt lag wurde die Tour um ein paar Caches und eine Brotzeit etwas erweitert. Übrigens waren hier zwei qualitativ sehr schöne Behälter dabei. Danach ging es noch für die Landschaft untypisch in den See. War ja hier zwar vollkommen alleine, aber als Übernachtungsplatz dann doch nicht so günstig. So suchte ich mir einen Stellplatz in Memmingen. Hier hatte ich noch Glück, denn der Platz war schnell voll. Trotzt des teilweisen leichten Nieselregens war noch Zeit für eine Tour durch die schöne Altstadt.

Das Ziel liegt nun schon recht nah, doch die Wetteraussichten für das kommende Wochenende versprechen für Obersdorf einiges an Niederschlägen. So werde ich an diesen Tag noch den zweiten Meilenstein (WP 23) besuchen und dann für 2 Tage meine Tour unterbrechen. In Oberdorf bei Immenstadt steige ich noch einmal aufs Rad um zu dem im Tal liegenden Wegpunkt zu gelangen und auf der anvisierten Runde noch ein paar Caches zu loggen. Danach geht es Richtung Chiemgau das Dort für die Rückreise geplante Treffen wird einfach ein paar Tage vorgezogen, da östlich das Wetter besser ist.

12. und 13. Tag

Deutschlandtour Pause im Chiemgau

14. Tag

Vom Chiemsee geht es nach Oberstdorf für den letzten Streckenabschnitt der Deutschland-Tour. Für die Anreise nehme ich mir Zeit um noch ein paar Caches auf der Strecke zu suchen. Bei meiner Ankunft auf dem Stellplatz in Obersdorf sah es noch sehr trübe und bedeckt aus, aber an dem nächsten Tag sollte es besser werden. Auf Grund der Cachebeschreibung und einiger Logs war mir schon etwas flau was die Machbarkeit angeht. Ich war ja auch lange nicht mehr im Gebirge unterwegs. Aber Freunde ermutigten mich und auch die Konsultation eines Teams, welches kurz vor mir die Tour absolviert hatte stimmten mich optimistisch. Einen Tipp nahm ich mir dabei noch zu Herzen und so machte ich mich nach meiner Ankunft noch auf den Weg um mir für den nächsten Tag ein MTB zu besorgen. In der Station hatte ich Glück, ein Paar vor mir verschob ihre Fahrt geplante Tour um einen Tag und so konnte ich, mir das letzte verfügbare Exemplar reservieren.

15. Tag - Final

Das Wetter sah gut aus und da ich möglichst zeitig los wollte war ich um 08.30 Uhr an der Ausleihstation. Aber die Formalitäten und das Einstellen brauchten etwas Zeit und so konnte ich gegen 09.15 Uhr starten. Die ersten knapp 19 km mit dem E-MTB waren fast ein Genuss, auf der Stufe 2 radelte ich fast die gesamte Strecke, der letzte Kilometer hatte es dann doch noch ganz schön in sich. Auch auf Stufe 4 kam ich noch ganz schön ins Schwitzen. Aber wie steil es wirklich war, wurde mir erst auf dem Rückweg bewusst. Auf dem Weg nach oben wurde ein Stopp für den vorletzten WP und gelegentlich für einen Cache eingelegt, wobei ich mir einige für den Rückweg aufsparte. Das Hauptziel war nun mal erstrangig das Final der Deutschland-Tour. Kurze Verschnaufpause an der Speicherhütte. Von hier ging es zu Fuß weiter. Von den Spuren im Matsch her sind hier auf Radfahrer lang. Wahnsinn.  Der Weg bis zur Trifthütte hatte es dann schon mal ganz schön in sich. Also an der Trifthütte eine kurze Cachepause gemacht und weiter. Es war herrlich ruhig, der Weg gemütlich und ich konnte auch ein paar Murmeltiere beobachten. Es war wohl genau der Punkt in der Cachebeschreibung. Man freut sich, hat das Ziel der letzten Station schon fast vor Augen und kommt um den Felsen rum und auch Schreck.  Ja, genau noch mal eine kleine Klettereinlage bis zum Grenzstein. Am Ziel angekommen war ich nicht mal allein. Es machten gerade zwei Wanderer ihre Fotos am Südlichsten Punkt.  Danach war ich an der Reihe mit Fotos, Brotzeit und Cache (nicht das Final). Dann eine böse Überraschung, der Zettel mit allen Notizen der letzten 14 Tage lag noch im Tal. Zum Glück hatte ich überall Fotos gemacht und so setzte ich mich hin und begann alle Aufnahmen durchzusehen, zu notieren und zu rechnen. Das Final überraschte mich etwas, da ich mit einer anderen Richtung gerechnet hätte. Aber nach einem Blick aufs Satellitenbild erschien das Ergebnis plausibel.  In der Zwischenzeit füllte sich der kleine Platz mit immer mehr Leuten. Auch ein Cacherpaar, welches ich beim Aufstieg überholt hatte, traf noch ein. Sie waren nicht wegen dem Multi hier oben. Nach einem kurzen Plausch machte ich mich auf, in Richtung Final. Es war nun schon eine Stunde am Grenzstein 147 vergangen. Der Cachecontainer wurde gut gefunden und so konnte ich zufrieden und glücklich mit dem Abstieg begingen. Beim Abstiegt hatte ich mit meinen alten Knochen dann mehr Probleme als bergan. Wieder am Rad angekommen rollte ich zurück ins Tal nicht ohne noch zwischendurch in eine Almhütte einen Stopp eingelegt zu haben. Je näher ich dem Ort komme umso mehr Menschen sind unterwegs. Kurz vorm Ziel biege ich falsch ab und fahre bzw. gehe voll durch das Zentrum. Oh je, ich möchte nicht wissen was hier im Winter los ist. Am Abend plane ich meine Rückreise, da ich einen Tag früher zum Final aufgebrochen bin als vorgenommen habe ich so einen Tag mehr Zeit.

16 bis 18. Tag - Heimreise

Auf der Heimreise mache ich einen Zwischenstopp am Günzstausee bei Breitenthal. Der See ist schön zum schwimmen und der Stellplatz etwas abseits vom Campingplatz. Auf einer kleinen Cache-Rad-Runde werde ich durch einen Einheimischen gefragt wie es mich in diese gottverlassene Gegend verschlagen hat. Den nächsten Tag besuche ich Bekannte und fahre dann weiter nach Ansbach. Den nächsten Tag wird die Solaranlage repariert und ich vertreibe mir die Zeit in der Altstadt, die sehr sehenswert ist. Die Nacht verbringe ich noch auf dem Stellplatz und den nächsten Morgen geht es in aller Frühe zurück nach Hause.